Die Geschichte des Gasthauses Morgenstern

Der Morgenstern wurde 1874 von dem Witwer, Steinhauermeister und Steinbruchbesitzer Johann Peter Ehret III.,Eiterbachstraße 75, erbaut, weil seine zweite Frau, Elisabetha Katharina, geb. Kar, aus Wald-Michelbach, bei der Ehelichung nicht in die alte Wohnung ziehen wollte.
Als Sie am 22. November 1874 in der evangelischen Kriche zu Wald- Michelbach vor den Altar traten, war der Neubau bezugsfertig. Noch vor Weihnachten des gleichen Jahres wurde Ehret die Konzeslion erteilt.
Nach dem Tode des Erbauers, im Jahr 1882, führte die Witwe das Geschäft bis 1885 weiter.
In diesem Jahr erwarb der Gast- und Landwirt Georg Peter Vetter das Anwesen.
Schon von Anfang an beherbergte das Haus Sommergäste, die hier ihren Urlaub verbrachten.
Zu Zeiten Vetters hatte der Morgenstern zwei Gästezimmer, "die empfholen werden konnten".
Aber der neue Besitzter fühlte sich seiner Aufgabe nicht gewachsen. 1886 ging der ganze Besitz an den Steinhauer und Steinbruchbesitzer Johann Röth über.
Obwohl derselbe 1890 Bürgermeister wurde florierte das Geschäft offenbar nicht. Auch der anlaufende Fremdenverkehr half da nicht.
1898 verpachtete der Besitzer an die Eheleute Wilhelm Weber, denen es ebenfallls nicht gelang den Betrieb ordentlich zu führen.
Noch im gleichen Jahr gaben sie die Konzellion an Röth zurück.
Dieser war jedoch nicht mehr zu retten. Es kam schließlich so weit, dass die Brauerei Förster, Leutershausen, das Anwesen an sich riss.
Als 1903 Johann Peter Münd, ein gebürtiger Siedelsbrunner, das Geschäft in Pacht übernahm, erlebte dieses seine erste Blüte.
Nun verkehrten "Herrschaften", wie Generäle und kaiserliche Geheimräte im Morgenstern.
Das Haus wurde weit über die Grenzen der engeren Heimat hinaus bekannt.
Da die einzige Erbin jedoch einen Schulmeister heiratete, trat Münd 1913 vom Vertrag zurück.
Der nun folgende Pächter Georg Stein, ebenfalls Siedelsbrunner, war nicht der geeignete Mann für ein Haus von solchem Rang.
So verkaufte die Brauerei 1917 an Wenzel Bingenheimer, der aus Rheinhessen kam.
Durch die Erkrankungseiner Frau musste er 1920 das Anwesen an den aus Hammelbach stammenden Peter Horle verkaufen. Der neue Besitzer erlernte das Metier in Frankreich. In der Schweiz betrieb er mit seiner Familie eine Pension.
Dort verstarb seine Frau. Mit seiner reichen Erfahrung brachte Peter Horle den Morgenstern zu seiner zweiten Blüte.
Minister, hohe Regierungsbeamte, Fabrikanten, Professoren und Kaufleute wurden im Haus und im Dorf beherbergt. Schon in den dreißiger Jahren fuhren laut Polizeibericht, sonntags bis zu sechzig Autos und mehr vor.
Nach 1933 und nach dem zweiten Weltkreig wurde der Morgenstern eine Zufluchtsstätte für politisch Verfolgte.
Doch die Glückssträhne hielt nicht an.
Man musste am Ende verpachten. Die Pächter lösten sich in kurzen Abständen ab.
1959 pachtete das Ehepaar Heuer die Gaststätte, Beide waren vom Fach.
1964 folgte der ehemalige Chefkoch des Hauses Rene Bernhard.
Und schließlich übernahm 1968 Hans Lammer aus Ober-Abtsteinach die Pacht.
Noch im gleichen Jahr kauften die Eheleute Peter Gärtner, die Besitzer des Kaiserhofes in Altneudorf, das Anwesen, das unter ihrer Leitung zu einem Haus entwickelte, das in jeider Beziehung einen neuen Geist erkennen lässt.
1980 übernahm der Sohn, Hans Gärtner, mit seiner Frau den Betrieb und erstellten 1984 den Hotelneubau.